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Ein kleiner Junge und ein kleiner roter Löwe
Wer in Japan einen Kalender oder ein Tagebuch für sein Kind kaufen möchte, kann die Kalender, Hefte, Schulmäppchen und sonstigen Accessoires mit den Bildern von Lucas und dem Löwen wohl kaum übersehen.
Lucas und der Löwe kommen aus Europa, noch genauer aus Ungarn (der kleine Junge heißt ursprünglich Laci). Veronika Marék hat sie vor über vierzig Jahren gezeichnet, und sie erfreuen sich in Japan ungeheurer Beliebtheit – trotz oder vielleicht gerade wegen der exotischen Note: Kurze Zitate aus dem Buch werden nicht etwa in der Übersetzung, sondern auf Ungarisch auf Kalender, Hefte usw. gedruckt.
Über 300 000 verkaufte Exemplare
Veronika Marék berichtet: »Letztes Jahr bekam ich eine Einladung nach Japan, und dort habe ich den Mann getroffen, dem der Kult um Lucas zu verdanken ist. Dieser Mann besuchte 1964 als Mitarbeiter eines Buchverlags die Frankfurter Buchmesse und sah dort an einem Stand die mit einem schwarz-weißen Einband versehene Ausgabe des Buches. Er drehte weiter seine Runden, hatte dabei aber, wie er selbst sagt, ständig das Gefühl, dass dieses Buch ihn ruft. Also ging er zurück und bat um ein Exemplar zur Ansicht, ohne zu wissen, wovon es handelte.« Er nahm es mit nach Hause und zeigte es dort einem Bekannten, der Finnougrist ist und es übersetzte. Da ihm die Geschichte gefiel, wurde das Buch auch verlegt – und wurde zu einem unerwartet großen Erfolg.
Seit 1965 wird es jedes Jahr neu aufgelegt, und bis heute wurden über 300 000 Exemplare davon verkauft.
Zwölf Bücher in zwei Jahren
In Japan sind neuerdings auch andere Kinderbücher von Veronika Marék erhältlich, innerhalb von zwei Jahren sind zwölf erschienen. »Es ist wie ein kleines Wunder. In den letzten drei Jahren wurden meine Bücher nicht nur in Japan, sondern auch in Ungarn erneut herausgegeben, und in Kürze kommen sie auch in Deutschland, wo Kinderbücher eine so wichtige Rolle spielen, in die Buchhandlungen«, berichtet die Autorin. (Deutsch von Dietlinde P. Draskóczy.) |
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