«Wer seid ihr?», fragt Mira mit fester Stimme. «Barakina tuluraba simuta», brummt der eine
Kerl mürrisch. Die seltsamen Wesen tragen Stielaugen auf dem Kopf, wie Schnecken, und
ihre vier Arme fuchteln nervös herum. In ihrer Form erinnern sie an Birnen, aber die Haut ist
fleckig und ledrig wie bei einem Drachen. Sie haben auch vier Füsse und zwei Nasen. Trotz
ihrer ungewöhnlichen Erscheinung sehen sie recht ulkig aus. Mira muss ein Kichern
unterdrücken, während Beat begeistert eine Ähnlichkeit mit den Figuren aus seinem
Lieblingsroman feststellt: «Ihr seht ja aus wie die Wbrurben aus Tirbuwraka!» Die beiden
mustern ihn fragend, erwidern aber nichts. «Was wollt ihr hier, wolltet ihr uns etwa
überfallen?», setzt Mira das Verhör fort. «Vergiss es, die sprechen nicht unsere Sprache»,
flüstert ihr Felix ins Ohr.
«Aratila simakata mirabu», spricht sie Beat plötzlich an. Die beiden glotzen noch verdutzter,
doch dann antwortet einer: «Karisida luruwabu», worauf Beat nickt: «Das sind tatsächlich
Tirbuwrakaner! Unglaublich, die gibt es wirklich!» - «Wieso sprichst du ihre Sprache?», fragt
André verdutzt. «Im Anhang dieses Buchs ist ein kleiner Sprachkurs, den ich spasseshalber
verfolgt habe», entgegnet Beat leicht verlegen. «Ich dachte, bei einem Treffen im Fanclub
könnten wir uns auf Wbrurbisch unterhalten!» - «Was haben sie gesagt?», will Felix
wissen. «Sie haben Befehle von ihrem Herrn, uns aufzuhalten», erklärt Beat. «Das verstehst
du alles? Nicht schlecht», tut Felix seine Bewunderung kund. «Und ich glaube, sie wollen uns
etwas zeigen», bemerkt Mira. Offensichtlich deuten die beiden Gefangenen in eine bestimmte
Richtung. «Los, folgen wir ihnen, aber haltet eure Schwerter gezückt», befiehlt Mira.
Langsam gehen sie zusammen mit den Wegelagerern um die Kurve, und weiter vorne führt
ein schmaler Pfad hinauf auf den Gipfel. Weit oben sind Steine aufgeschichtet wie ein
Mahnmal. Nach etwa zwanzig Minuten sind sie dort angelangt, und jetzt deutet der eine
Wburbe auf ein Fenster im Steinhaufen und spricht etwas Unverständliches. Beat übersetzt:
«Schaut hin! Da gibt es offenbar etwas zu sehen.» «Ich schau mal nach, haltet hier die
Stellung», spricht Mira und tritt zu dem Steingebilde. Die drei Männer bleiben dicht in ihrer
Nähe, was nicht anders möglich ist angesichts des Stricks, der die Seilschaft verbindet.
Vorsichtig streckt die Anführerin ihren Kopf in die Öffnung zwischen den Steinen, und es
scheint ihr, als blicke sie durch ein Fenster. Sie sieht eine Gegend, die ihr höchst vertraut ist.
Atemlos starrt sie durch das Steinfenster und erkennt ihre Heimatstadt, den See, die
berühmten Kirchen, die ein beliebtes Ansichtskartensujet sind, im Hintergrund die Berge.
Wie durch ein Teleobjektiv betrachtet, treten die Häuser immer näher, doch jetzt sieht Mira,