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 29.50CHF  Michèle Combaz Thyssen, Die Rache des Scarabäus
[Artikelnummer: 978-3-907860-06-9]
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Die Scarabäus-Saga geht weiter: Erneut werden Mira und ihre Gefährten aus dem 21. Jahrhundert in die Zauberwelt gerufen, um ein schreckliches Desaster zu verhindern. Ihre Reise wird zur Odyssee.

Leserschaft: Jugendliche ab 12 Jahren, Erwachsene

wird vom Verlag direkt ausgeliefert. Lieferbereit in 3 bis 4 Arbeitstagen

Die Rache des Scarabäus

Beat sieht aus wie der Held aus einem Science-Fiction-Film. Mira erkennt ihn kaum wieder,

mit seiner dunklen Sonnenbrille. „Du?“, ruft sie mit einer Mischung aus Erstaunen und

Erleichterung, und ein Echo erklingt aus den Reihen der Gefangenen.

In seiner Hand trägt er ein seltsames Ding, das Mira an ein Lichtschwert erinnert aus dem

„Krieg der Monde“. Ist er der Retter in der Not? Kommt er sie alle befreien? Ausgerechnet

er? Das hätte sie nicht erwartet.

Marcella steht stocksteif da und funkelt ihr Gegenüber böse an. Ihr Blick ist noch irrer

geworden, ihre Iris leuchtet neonorange. Er ist ebenfalls erstarrt und fixiert Marcella mit

finsterer Miene. Uh-oh! Werden jetzt diese beiden auf einander losgehen?

„Genau du hast mir gerade noch gefehlt!“, faucht der Hutträger Marcella an, und diese faucht

zurück, wortlos, aber giftig wie eine Schlange. Die beiden umkreisen sich gegenseitig, mit

Waffen in den Händen. Mira bemerkt, dass Marcella den Rohrstock gegen einen Degen eingetauscht

hat. In der anderen Hand hält sie plötzlich einen Morgenstern. Er dagegen schwenkt

bedrohlich sein Lichtschwert.

„Das ist bestimmt seine Traumrolle: einen der Helden aus seinem Lieblingsfilm zu

verkörpern! Oder eher einen Hybriden aus verschiedenen Filmhelden“, denkt Mira und

beobachtet ihren Gefährten fasziniert. Seine ganze Haltung ist anders; er wirkt stolz und

selbstbewusst. Diese Rolle steht ihm gut, muss sie zugeben. „Beat, gibs ihr!“, flüstert sie

hoffnungsvoll.

Atemlos sehen die anderen vier dieser seltsamen Szene zu. Nur das Keuchen und

Wutschnauben der Streithähne zischt durch den grottenartigen Raum. Mira hält den Atem an,

bis sie ein Stechen in der Brust daran erinnert, dass es besser wäre, zur Abwechslung mal

wieder tief Luft zu holen. Die beiden sind mit einander voll beschäftigt; das wäre die

Gelegenheit, die anderen zu befreien!

Mira entfernt sich von der sich anbahnenden Kampfszene und sucht fieberhaft nach einem

Schlüssel für die Ketten, an denen Miras Gefährten immer noch gefesselt sind. Aus dem

Augenwinkel behält sie die Situation im Auge. Denn wer weiss: Angenommen, beide seien

verhext, könnte sich deren geballte Wut gegen Mira und die drei Männer richten, und das

wäre verheerend! Mira könnte es nicht mit zwei wildgewordenen Kämpfern aufnehmen, nicht

alleine, in Anwesenheit wehrloser Gefangener!

Die Gegner umkreisen sich weiterhin, wie in einem Ritual. Mira grabscht sich alle Schlüssel,

deren sie habhaft werden kann, und eilt zuerst zu Felix, wo sie einen Schlüssel nach dem

anderen ausprobiert. „Mira, ich liebe dich!“, flüstert Felix, und das flösst ihr Mut ein. Einer

der Schlüssel passt – und mit einem „Kling!“ ist Felix frei.

Ängstlich späht Mira über ihre Schulter, ob Marcella etwas mitgekriegt hat, aber sie wird

weiterhin von Beat in Schach gehalten. Mira ist sich jedoch nicht sicher, ob sie Beat über den

Weg trauen kann: Auch er wirkt seltsam verändert, ist nicht sich selbst. Ist auch er

Virusträger?

Mira und Felix teilen sich die Schlüssel auf und versuchen, André und Richi loszuketten.

Natürlich haben sie genau die falschen Schlüssel erwischt und müssen ihre Plätze tauschen,

bevor sie zur Befreiungsaktion schreiten können. André ist schon frei, Richi beinahe – da

zischt etwas durch die Luft und landet scheppernd wenige Zentimeter neben Richis Gesicht

an der Wand. Marcellas Morgenstern!

Fassungslos blicken alle in ihre Richtung, und dort kämpfen nicht etwa Marcella und Beat

gegeneinander, vielmehr fixieren beide Mira und die Männer mit diabolischem Grinsen. „Har

har har, sie glauben, sie könnten entkommen! Ist das nicht witzig?“, röhrt Beat und wirft

seinerseits ein Geschoss in Richtung des letzten Gefangenen. Aber er hat nicht mit André und

Felix gerechnet, welche nach einer Waffe greifen und zum Angriff übergehen, damit Mira die

Befreiung zu Ende führen kann.

Nun bricht ein erbitterter Kampf los, und dabei zeigt sich, dass Marcella und Beat vom Bösen

beseelt sind. Diese Tatsache wirkt sich stärker aus als ihre gegenseitige Abneigung. Mira und

Richi greifen sich die nächste Waffe, derer sie habhaft werden können, und kämpfen Seite an

Seite, bestrebt, die beiden Kampfmaschinen zu entwaffnen, ohne sie zu verletzen. Das

gestaltet sich als schwieriges Unterfangen, weil beide äusserst gefährlich bewaffnet sind –

allein Marcellas eiserne Fingernägel sind eine tödliche Waffe! Da nützt es nichts, dass sie vier

gegen zwei sind. Mira ist ratlos; sie kann und will ihre Freunde Beat oder Marcella doch nicht

verletzen!

Genau darauf hatten die Fieslinge vermutlich spekuliert: dass Mira und Co. mit ihren eigenen

Gefährten konfrontiert würden und es nicht wagen, gegen sie anzutreten. So hätten die

Verhexten leichtes Spiel mit ihnen, und am Ende wären alle in der Gewalt der Finsterlinge.

Aber sie haben die Rechnung ohne den Wirt, pardon, den Drachen gemacht: Wie ein

Donnerhall dröhnt ein Gebrüll durch die Grotte, ohrenbetäubend, markerschütternd. Mira

spürt gleich, dass dies ihre Rettung ist: Anita bläst zum Angriff! Der Drache taucht genau im

richtigen Augenblick auf, als hätte ihn Mira mittels Geisteskraft herbeigerufen. Und vielleicht

hat sie das ja auch, unbewusst!

„Anita, du bist wunderbar!“, schreit Mira voller Begeisterung, als der Drache über die Köpfe

der Verhexten fegt. Im Luftwirbel werden ihre Waffen fortgerissen. Verdutzt blicken die

beiden auf ihre leeren Hände. Sogar Marcellas Stahlnagelkappen sind im Sog davongeflogen.

Im nächsten Augenblick kehrt der Drache zurück und wirft ein Tuch über die Köpfe von

Marcella und Beat. Blitzschnell fesseln die Gefährten die Überwältigten mit Ketten und

Schnur – mit allen Dingen, deren sie gerade habhaft werden können –, und schliesslich ist die

Gefahr gebannt. Der Drache Anita landet hochzufrieden neben den Gefangenen: „Na? Wie

war ich?“

„Fantastisch, Anita, du bist grossartig!“, lobt sie Felix. – „Ohne dich hätten wir das nie

geschafft, danke!“, jubelt Mira. „Wie könnten wir mit Waffen gegen unsre Freunde

kämpfen?“ – „Am besten, ihr sperrt sie ein, bis wir ein Gegenmittel gegen ihren Irrsinn

gefunden haben“, schlägt der Drache vor. – „Ja, da hinten ist so eine Art Käfig“, bemerkt

Richi. „Obwohls mir ja leid tut, die gute Marcia einzusperren... wow, sowas von Energie und

Kraft; ich bin beeindruckt!“ Mira schickt ihm einen fragenden Blick und beschliesst dann,

den Dingen ihren Lauf zu lassen. Wenn er sich jetzt erst recht verliebt hat, dann ist das sein

Problem...

Als die Verhexten wutschnaubend im Käfig stecken – wohlgemerkt, mit Trennwand, „damit

sie einander gegenseitig nicht abmurksen“, wie André bemerkt –, beratschlagen die

Gefährten, wie sie die beiden wieder zur Vernunft bringen könnten. „Sind sie wirklich von

dem Virus befallen?“, rätselt Mira. – „Ich glaube nicht; alles spricht dafür, dass sie verhext

wurden“, entgegnet Anita.

Michèle Combaz Thyssen

Die Rache des Scarabäus

ISBN 978-3-907860-06-9, 316 Seiten

www.sistabooks.ch

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