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Lansburgh Werner, Dear Doosie - Eine Liebesgeschichte in Briefen
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 32.90CHF  Di Guglielmo Hannelore, Bucht der trügerischen Leidenschaft
[Artikelnummer: 9783939478119]
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Gebeutelt vom viel zu frühen Tod ihres geliebten Ehemannes zieht sich Anna immer mehr in ihre Trauer zurück, bis sie sich eines Tages zu einer Schiffsreise in die Türkei entschließt, die ihr zum Verhängnis werden soll.

Auf dem Boot trifft sie auf den Mann, der sie aus ihrer Einsamkeit reißt und dem sie mit Haut und Haaren verfällt. Wieder zum Leben erweckt, genießt Anna auf weiteren Reisen das Leben in vollen Zügen, kann sich aber nicht völlig daran erfreuen. Immer wieder reist sie zu ihrem Kapitän, der sie in seinen Bann gezogen hat. Erst viel zu spät erkennt sie, dass sie einer Illusion aufgesessen ist.

Offen und schonungslos erzählt die Autorin ihre Geschichte. Gekonnt, spannend und sehr flüssig beschreibt sie ihre emotionsgeladenen Erlebnisse mit dem Mann, der eigentlich nur eines von ihr wollte, ihr Geld...

Dieses Buch bietet einen tiefen Einblick in das brutale Geschäft mit den Gefühlen, dem jedes Jahr tausende Frauen in orientalischen Ländern erliegen, genannt Bezness.

ISBN 978-3-939478-11-9
Autor:
Hannelore Di Guglielmo
Verlag-Kern, 1. Auflage 2008

Softcover, 224 Seiten/ Sprache Deutsch

Leseprobe 

Als alle beim Schwimmen waren, zog er mich in seine Kabine,
die hinterher aussah, als hätten Wandalen gehaust. Jetzt waren
auch wir satt. „Hier eine kleine Überraschung“, sagte ich
und zog aus meiner Tasche ein schön verpacktes Feuerzeug,
in silberner Hartschale, auf dem zwei Herzen rot blinkten,
sobald man es bediente, und zudem eine Liebesmelodie
erklang. „Aufmachen“, forderte ich ihn auf und er hob das
purpurrote Samtkissen. „Was ist diese?“ fragte er. „Das sind
300 Euro, damit du nach Deutschland kannst, zu deiner
Familie.“ „Du alles wissen“ flötete er salbungsvoll, „ich kommen,
ich auch zu dir kommen.“ Es machte mich unglaublich
glücklich, ihm eine Freude machen zu können.
„Wehret den Anfängen, denn sie wissen nicht was sie tun.“ Nie
war der Spruch zutreffender, denn jetzt. Sehr bald sollte ich
wissen, was für einen fatalen Fehler ich damit begann.

Sophia kam aus dem Wasser und sagte, dass wir noch heute,
spätestens 24.oo Uhr, zurück müssten, da sie um 2.4o Uhr, und
ich eine Stunde später, abgeholt werden würden zum Flugplatz.
Karim war traurig und fragte mich immer wieder, warum ich
mich nicht gemeldet hätte „wir Zeit verloren.“ Nun, im Nachhinein,
konnte ich mein Verhalten selbst nicht mehr verstehen
und so blieb ich die Antwort schuldig. Warum war ich nur so
dumm, meine selbst auferlegte Kasteiung, was hat sie mir gebracht?
Er telefonierte mit seinem Freund und machte unsere
Rückkehr klar. Punkt 24.oo Uhr erreichte uns ein Motorboot.
Es war Sophias 39ster Geburtstag. Wir glitten alle drei, lautlos
mit Paddeln, in das schwarz glänzende Meer, keiner wagte
etwas zu sagen, um den Zauber nicht zu zerstören. Es war
ein Tag vor Vollmond. Ich erinnere mich nicht, etwas annähernd
Romantisches während eines lange zurück liegenden,
6-wöchigen Segel-Törns durch die Karibik, je erlebt zu haben.
Weiter draußen auf dem Meer stellte sein Freund den Motor
an und wir fuhren, uns an den Händen haltend, vor Verlangen
nach dem anderen zerberstend, ins nasse, gespenstisch anmutende
Nirwana. Am Restaurant angelangt, das bereits mittags
unser Treffpunkt war, stiegen wir in den VW-Transporter seines
Freundes. Sophia neben dem Chauffeur, Karim und ich
dahinter Platz nehmend. Keiner von uns sprach auch nur ein
Wort während der rasanten Nacht-Fahrt über die Klippen. Den
Abgrund vor Augen wünschte ich nur noch eins, dass es jetzt
zu Ende sein soll. „Bitte, lieber Gott, jetzt einen Freiflug in
den Himmel!“ Mein geliebter Mann war dabei ebenso präsent
wie Karim, der, seine Hand dicht an meiner, elektrisierend,
aber mich nicht berührend, daneben saß. Was war das doch für
ein Machtspiel zwischen uns, beide boten wir das äußerste an
Willensanstrengung auf, um nicht den Anfang zu machen und
blieben unberührt.

Nachdem wir Bodrum durchquert hatten, kamen wir endlich in
Gümbet an. An einer erhöhten Kurve, nahe unserem Hotel, war
eine Bar, die wir die vorangegangenen Abende zum Abschluss
eines jeden Abends aufsuchten. Der Inhaber, ein einzigartiger
Typ aus der Hippie-Zeit, meist mit Piratentuch um den Kopf
sowie breitem Lächeln im Gesicht, erwartete uns schon. Sofort
legte er unverschämt schmalzige Musik „Lady in Red“ auf, als
er uns erblickte. Unsere Begleiter waren für ihn uninteressant,
er ignorierte sie weit gehend. Über das ganze Gesicht grinsend
brachte er uns, in hohen Gläsern reizend dekoriert, „Sex on the
Beach“ mit Funken sprühenden Sternwerfern, wohl wissend,
dass dies unser Abschied war. Die Männer waren verblüfft, ob
dieser Einlage, nahmen Bier - sie hatten Durst nach der Fahrt -
und mussten denselben Weg noch zurück. Karim wollte unbedingt
noch unser Zimmer sehen und holte Sophias Koffer, um
sie zum bereitstehenden Bus zu geleiten. „Aha, da du wohnen“,
sagte er anerkennend. Kurz darauf gab es Tränen von Sophia,
die sich vehement weigerte, ab zu fahren. „Nein, ich bleibe
hier“, heulte sie ungeniert drauf los, „ich geh nicht zurück, ich
will bei euch bleiben.“ Wir verabschiedeten sie alle ganz lieb
mit der Zusage, dass wir in Verbindung blieben. Karim war
das zuviel, mir auch, zudem tat der Drink seine Wirkung. So
sagten wir einander Adieu, zumal sein Freund schon wartete.
„Du anrufen, du Adresse haben“, hörte ich noch, und nickte
zustimmend. Nach einer Dusche war auch mein Bus - reichlich
früh - wie ich dachte, zur Abfahrt bereit nach Deutschland,
meiner Heimat. Wirklich meiner Heimat?

 

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