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Lion Feuchtwanger, weltberühmt durch seine Romane 'Jud Süß', 'Die häßliche Herzogin', 'Erfolg', 'Die Geschwister Oppermann', 'Exil', 'Goya' oder auch 'Die Jüdin von Toledo' war ebenso ein vielseitiger Briefschreiber. Einem Glücksfall ist es zu verdanken, daß seine bisher unbekannten Briefe an Eva Boy, Ehefrau des Musikwissenschaftlers und Haydn-Forschers Anthony van Hoboken, in die Hände von Nortrud Gomringer gelangten, der Herausgeberin der vorliegenden Edition. Die Texte umfassen einen Zeitraum von 28 Jahren. Dabei handelt es sich um seltene Briefe aus Feuchtwangers Berliner Zeit vor 1933 sowie um solche von den Stationen seiner Emigration. Nortrud Gomringer hat sie mit Akribie kommentiert und kann so mit einigen Entdeckungen zur Bio-Bibliographie des Autors beitragen. mit Sicherheit ist das Feuchtwanger-Bild ohne Kenntnis dieser Briefe und des Kommentars unvollständig.
Autorenporträt
Lion Feuchtwanger wurde 1884 in München geboren. Nach vielseitigen Studien gab er die Kulturzeitschrift "Der Spiegel" heraus, schrieb Theaterkritiken und arbeitete an Siegfried Jacobsohns "Schaubühne" mit. Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges wurde Feuchtwanger in Tunis interniert, konnte jedoch fliehen. In München vom Wehrdienst suspendiert, nahm er die Übersetzung und Bearbeitung indischer, griechischer und spanischer Dramen wieder auf, zudem entstanden eigene Stücke und Antikriegsdichtung. 1925 siedelte er nach Berlin über. Als die Nazis die Macht übernahmen, befand er sich auf einer Vortragsreise in den USA. Seine Bücher wurden verboten, Haus und Vermögen konfisziert. Sanary-sur-mer, Feuchtwangers neuer Lebensort, war zeitweilig ein Zentrum deutscher Emigranten.
1940 internierten ihn die Franzosen. Ab 1941 lebte er in Kalifornien, wo weitere große historische Romane, Erzählungen, Stücke und Essays entstanden. Feuchtwanger starb 1958 in Pacific Palisades.
980 S. SC |
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