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 18.90CHF  Carole Enz, Sieben Leben, sechs Entscheide und ein Piraten-Kapitän
[Artikelnummer: 978-3-907860-13-7]
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«Kapitän Sherman liess meinen Bruder zum Tode verurteilen. Ich musste etwas tun, damit dieser üble Kapitän seine gerechte Strafe bekommt . . .»

Leserinnen und Leser dürfen selber entscheiden, was geschehen soll – ähnlich wie in einem Computer-Game.

Leserschaft: Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene

wird vom Verlag direkt ausgeliefert. Lieferbereit in 3 bis 4 Arbeitstagen

Sieben Leben, sechs Entscheide

und ein Piraten-Kapitän

«Dieses Schiff gefällt mir nicht! Im Besenschrank ist eine Piratenflagge und ein Kompass der

HMS Pandora. Und hier habe ich die Plakette des Beibootes.» Ich holte sie hervor und zeigte

sie ihr. – «Pandora!», flüsterte Miss Mitchell. «Da gibt es doch die mythologische Geschichte

von der Büchse der Pandora!» Ich horchte auf und bat sie, mir mehr davon zu erzählen.

«Der griechische Gott Zeus gab Pandora ein Gefäss mit, das sie unter keinen Umständen

öffnen durfte. Die Büchse der Pandora enthielt nämlich zahlreiche Übel wie etwa Krankheit

und sämtliche Laster. Doch Pandora war neugierig. Als sie das Gefäss öffnete, verteilten sich

diese Übel sofort über die gesamte Erde. Sie erschrak so heftig, dass sie den Deckel rasch

wieder schliessen wollte, damit nicht alles herauskam. Einzig die Hoffung blieb in Pandoras

Büchse zurück.»

Eine kurze Zeit lang schwiegen wir, dann fügte Miss Mitchell hinzu: «Das Schlimmste an der

Geschichte ist, dass die Hoffnung als ein Übel angesehen wird und dass sie in der Büchse

geblieben ist. Also gibt es keine Hoffnung!»

Plötzlich tauchte wie aus dem Nichts Miss Mitchells Verlobter auf, packte sie unsanft und

ohrfeigte mich mit einem Handschuh. «Morgen früh um sieben Uhr an Deck! Du kannst die

Waffen wählen!» Miss Mitchell versuchte, beschwörend auf ihren Verlobten einzuwirken,

doch vergebens. Er zwang sie, mit ihm wegzugehen und mich allein zurückzulassen – die

Hoffnung lag in der Büchse der Pandora. Ich glitt zu Boden und verbarg mein Gesicht in den

Händen.

* * *

Als ich mich gefangen hatte, hastete ich an Deck, auf der Suche nach Phil. Als ich ihn

gefunden und ihm alles erzählt hatte, war er hocherfreut und gratulierte mir zu meinem

Erfolg. Ich gaffte ihn nur blöd an und brachte kein Wort hervor. Phil lachte: «Ist doch einfach

genial! Ein einfacher Matrose kriegt die Verlobte des Gouverneurssohns, und das noch so

einfach! Hey, Ted! Der Typ hat keine Chance, er ist seekrank und ein Waschlappen! Du bist

ein echter Kerl, hast schon bei Sturm die Segel gerefft! Du besiegst ihn und kriegst deine

Herzensdame! Komm, ich zeig dir noch ein paar Tricks, dann schauen wir, welche Waffe dir

liegt.»

Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Phil war dermassen begeistert von diesem Schlamassel,

in dem ich mich befand, dass er nicht einmal realisierte, dass morgen in der Frühe jemand tot

sein würde. Oder gehörte das für ihn zum Nervenkitzel? Nun ja, er musste wohl etliche

Schlachten gekämpft haben und vielleicht einige Dutzend Piraten zersäbelt haben, dennoch

erstaunte mich sein Eifer.

Phil wählte für mich die Waffe, die mich ins Duell begleiten würde: eine leichte

Faustfeuerwaffe. «Dem Typ ist so schwindlig, der wird dich verfehlen. Für ein Fechtduell bist

du mir einfach noch zu unerfahren.»

Die Nacht war schrecklich. Ich lag schweissgebadet in meiner Hängematte und wusste weder

ein noch aus. Meine Gedanken glichen einem Pferdegespann, bei dem jedes einzelne Pferd in

Panik in eine andere Richtung als die andern davonpreschen wollte – ohne aber vom Fleck zu

kommen, weil die einzelnen Pferde mit dem Wagen verbunden waren.

Ich litt sehr. Panik herrschte in mir vor, ausser in den Momenten, da mein Hass auf Sherman

meine Gefühle dominierte. War ich zu einem Mord fähig? Durfte man einen Tyrannen töten?

In den zehn Geboten heisst es, du sollst nicht töten!

Im nächsten Augenblick fühlte ich mich elend und allein gelassen. Ich wollte fliehen, dem

Schicksal entrinnen! Doch wohin sollte ich gehen? Würde ich eine Fahrt mit dem Beiboot

überhaupt überleben? Und wenn Sherman mich erwischt, wird er mich richten und wie

meinen Bruder den Haien zum Frass vorwerfen! Wäre es nicht einfacher, mir gleich sofort

eine Kugel durch den Kopf zu schiessen?

Mein Leben stand zweifellos an einem Scheideweg. Ich fühlte im Innersten, dass mein

Schicksal auf der Destiny von der Entscheidung abhing, die ich heute Nacht treffen würde.

Doch meine Gedanken kamen nicht zur Ruhe, ich konnte mich zu keinem Entschluss

durchringen. Für einen kurzen Moment nickte ich schliesslich ein.

Im Traum sah ich meinen Bruder. Alles wirkte, als würde ich einen kurzen Moment der

Vergangenheit durchleben. Ich fühlte meines Bruders Hass auf Sherman. Ich sah, wie er die

Meuterei anführte, wie man ihn niederschlug und die Meuterei im Keim erstickte.

Mit Erschaudern erlebte ich, wie Sherman ihn und die andern Meuterer zu Tode peitschen

liess. Ich litt mit ihnen. Die leblosen Körper liess Sherman kochen und zwang die Matrosen,

das Fleisch zu essen.

Von wegen den Haien zum Frass vorgeworfen! Alle habe mich angelogen! Alle haben es

gewusst! Ich erwachte unter Schock. Um mich herum war es stockdunkel. Plötzlich schien

alles klar; ich fasste einen Entschluss.

(Liebe Leserin, lieber Leser, an dieser Stelle dürfen Sie entscheiden, welchen Entschluss die

junge Frau fasst. Dies beeinflusst den Lauf der Geschichte und somit die Kapitel-Nummer,

bei der Sie weiterlesen dürfen.)

Mein Entschluss stand nun fest:

Ich will Sherman töten! Mein Bruder muss gerächt werden!

Weiter mit Kapitel 6

Mein Leben ist sowieso ruiniert – Ich begehe Selbstmord!

Weiter mit Kapitel 10

Ich will fliehen! Ich habe eine Chance, die ich nutzen muss!

Weiter mit Kapitel 11

Die Meuterei muss sofort angezettelt werden! So können wir uns retten und meinen Bruder

rächen!

Weiter mit Kapitel 13

Ich kann ja doch nichts ändern – Ich versuche, das Duell zu überleben, und hoffe darauf, dass

John Gamble endlich meutert!

Weiter mit Kapitel 15

Ich brauche Hilfe – Ich geh zu Dr. Kenneth und spreche mit ihm. Vielleicht finden wir

zusammen eine Lösung.

Weiter mit Kapitel 16

Carole Enz

Sieben Leben, sechs Entscheide und ein Piraten-Kapitän

ISBN 978-3-907860-13-7, 152 Seiten

www.sistabooks.ch

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