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Mit Beiträgen von Hans-Georg Backhaus, Werner Bonefeld, Manfred Dahlmann, Ulrich Enderwitz, Georg Fülberth, Stephan Grigat, Fabian Kettner, Antonio Negri, Kosmas Psychopedis, Gerhard Scheit Michael Wilk u.a.
“Jeder Staat muß freie Menschen als mechanisches Räderwerk behandeln; und das soll er nicht; also soll er aufhören”: Daß der Staat aufhören soll, wie G.W.F Hegel vor 200 Jahren verlangte, daß er, ob abgeschafft (Michail Bakunin) oder aufgehoben (Karl Marx), jedenfalls zu verschwinden hat, gilt der Gegenwart als das Undenkbare schlechthin, als widernatürlich. Vielmehr erscheint der Staat als anthropologisches Existential, gar als berufener Friedenstifter einer Gesellschaft, in der der Mensch seiner Natur gemäß gar nicht anders kann, als des Menschen Wolf zu sein. Ob linksbürgerliche Demokratiewissenschaft oder konservativer Autoritätskult, ob ökologischer Wirtschaftsumbau, zivilgesellschaftliche Staatsreform oder postmodernes Patchwork der Minderheiten - die Gegenwart hat ihren Frieden mit dem Staat gemacht und sich der Politik verschrieben. Was aber ist die Politik? Nichts anderes als das zur ökonomischen Ausbeutung passende Management der Herrschaft? Und was ist die Verfassung anderes als die Geschäftsordnung, dergemäß diese Herrschaft ausgeübt wird? Der Kampf der Parteien um die Macht, der politische Wettbewerb, wie er sich vermittels der Wahlen vollzieht, ist die Weise der Verschleierung der Herrschaft des Menschen über den Menschen.
Seit Johannes Agnoli vor über dreißig Jahren mit seinem Pamphlet Die Transformation der Demokratie ein Manifest der Außerparlamentarischen Opposition vorlegte, das auch die “Bibel der ApO” genannt wird, hat er nicht aufgehört, den Finger auf die Wunde zu legen.
Am 15. Februar 2000 feierte Johannes Agnoli seinen 75. Geburtstag.
Inhalt:
Bruhn, Dahlmann, Nachtmann, Vorwort
Hans-Georg Backhaus, Über den Begriff der Kritik im Marxschen “Kapital” und in der Kritischen Theorie
Werner Bonefeld, Betroffenheit und die Vernunft der Kritik
Manfred Dahlmann, Das Rätsel der Macht. Über Michel Foucault
Ulrich Enderwitz, Imperium Romanum ante portas
Georg Fülberth, Exegese – Philologisches zu einem Kriegs-Aufsatz von Jürgen Habermas
Stephan Grigat, Agnolis Kritik der Politik, das Elend der Politikwissenschaft und der Staatsfetisch in der marxistischen Theorie
Fabian Kettner, In welchem Detail steckt der leibhaftige Gott? Über merkwürdige Genossenschaften
Antonio Negri, Paschukanis lesen
Kosmas Psychopedis, Das politische Element in der Darstellung dialektischer Kategorien
Gerhard Scheit, Heroen des Kriegs, Gott des Reichtums. Tragödie und Komödie der Politik
Michael Wilk, Technik des sozialen Friedens: “Beteiligung als Akzeptanzmanagement”
Bibliographie der Schriften von Johannes Agnoli.
318 S. SC |
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