| Schon lange beschäftigt mich die Idee, meine Arbeiten in einer
anderen Form zu zeigen und die Skulpturen dabei in ihrer
Aussage zu bereichern“, sagt Adrian Bütikofer über sein jüngstes
Projekt. „Skulpturen bewegen“, so der Titel des Buches mit
Collagen, bei denen der Künstler selbst zum Fotoapparat
gegriffen hat, um Alltagsszenen mit anonymen Menschen in
Zürich aufzunehmen. Die Fotografien dienen als grafische
Hintergründe, vor denen der Künstler seine hölzernen Skulpturen
im Buch neu inszeniert. Obwohl seltsam entrückt, wirken die
Collagen, als ob die darin gezeigten Elemente miteinander
kommunizieren. Ein neuer, anderer Dialog als bisher ist zu sehen,
der sich dem Betrachter des Buches wie ein Angebot zum
mitreden darbietet.
„Der Alltag mit seinen vielen spontanen Begegnungen ist ein
wichtiger Fundus für meine Arbeit und bestimmt wesentlich
Inhalt und Form der Skulpturen mit. Es war für mich deshalb
nahe liegend, in den Collagen einen schalkhaften Dialog
zwischen Kunstwerk und Szenen aus dem alltäglichen Leben
entstehen zu lassen“, erklärt Adrian Bütikofer.
Normalerweise sitzt er nicht am Computer und hantiert mit Grafikprogrammen
herum. Seine Skulpturen arbeitet er aus dem vollen Holz mit der
Kettensäge heraus. Dann müssen die Rohlinge durchs Feuer,
bevor Farbe und Bürste das Finish geben. Die Flammen geben
den Werken ihren besonderen Charakter. Das Holz bewegt sich
dabei nochmals, es verdreht und verbiegt sich– macht ein letztes
Mal – was es will. Irgendwann bekommt die Skulptur dann ihren
Platz, bei einem Menschen, dem das Werk etwas zu sagen hat.
„Skulpturen bewegen“ zeigt 24 Dialoge und Szenen. Die
limitierte Auflage von 1000 Stück unterstreicht den eigenen
Kunstcharakter des Projektes. Trotzdem kostet das 72-seitige
Buch nur 39 Franken.
Adrian Bütikofer „Skulpturen bewegen“
2009
72 Seiten, 27 cm hoch x 22 breit
Tel. 079 316 30 27
ISBN 978-3-033-01958-4 |